top of page

Regeländerungen zur Saison 2026/27: Das müssen Schiedsrichter im Amateurfußball wissen

  • Autorenbild: Homepage-Team SR Trier-Saarburg
    Homepage-Team SR Trier-Saarburg
  • vor 23 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Neue Saison, neue Regeln

Mit Beginn der Saison 2026/27 treten erneut einige Änderungen der Fußballregeln in Kraft. Das International Football Association Board (IFAB) verfolgt dabei vor allem ein Ziel: Das Spiel soll schneller, fairer und flüssiger werden.

Während einige Anpassungen ausschließlich den Profifußball oder Wettbewerbe mit Video-Assistenten betreffen, gibt es auch mehrere Änderungen, die unmittelbar im Amateurfußball relevant sind. Dieser Beitrag konzentriert sich daher bewusst auf die Neuerungen, die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter von der Kreisliga bis in die Oberligen tatsächlich anwenden müssen.



Überblick der wichtigsten Änderungen

Regel

Änderung

Auswirkung

Regel 3

Spieler müssen das Feld bei Auswechslungen innerhalb von 10 Sekunden verlassen

Langsame Wechsel werden sanktioniert

Regel 4

Ungefährliche Accessoires dürfen sicher abgedeckt getragen werden

Mehr Ermessensspielraum bei der Ausrüstungskontrolle

Regel 5

Verletzte Spieler müssen nach Behandlung eine Minute außerhalb bleiben

Weniger taktische Spielunterbrechungen

Regel 5

Vorteil bei fehlerhaft ausgeführten Spielfortsetzungen möglich

Mehr Spielfluss

Regel 8

Präzisierung beim Schiedsrichterball

Klarere Zuordnung des Ballbesitzes

Regel 12

Anpassungen beim Vereiteln einer offensichtlichen Torchance

Präzisere Bewertung von DOGSO-Situationen

Regel 14

Präzisierung bei versehentlicher Doppelberührung beim Strafstoß

Mehr Klarheit bei seltenen Spielsituationen

Regel 15

Fünf-Sekunden-Countdown beim Einwurf

Konsequenteres Vorgehen gegen Zeitspiel

Regel 16

Fünf-Sekunden-Countdown beim Abstoß

Konsequenteres Vorgehen gegen Zeitspiel

Regel 3 – Auswechslungen

Was ändert sich?

Spieler, die ausgewechselt werden, müssen das Spielfeld künftig innerhalb von zehn Sekunden verlassen.

Wird diese Frist überschritten, darf der Einwechselspieler das Spielfeld zunächst nicht betreten. Er darf erst während der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute eingewechselt werden.

Warum wurde die Regel angepasst?

Gerade in Schlussphasen wurden Auswechslungen häufig genutzt, um wertvolle Spielzeit von der Uhr zu nehmen. Das IFAB möchte diese Form des Zeitspiels reduzieren.

Praktische Auswirkungen

Schiedsrichter müssen zukünftig verstärkt darauf achten, wie schnell ein auszuwechselnder Spieler das Spielfeld verlässt.

Die Konsequenz trifft dabei nicht den auszuwechselnden Spieler persönlich, sondern die Mannschaft, die für mindestens eine Minute in Unterzahl spielen muss.

Merksatz

Wer beim Wechsel trödelt, benachteiligt seine eigene Mannschaft.

Regel 4 – Ausrüstung der Spieler

Was ändert sich?

Ungefährliche Accessoires oder Schmuckstücke dürfen künftig getragen werden, wenn sie sicher abgedeckt sind und keine Gefahr für die Beteiligten darstellen.

Die grundsätzliche Vorgabe, Schmuck abzulegen, bleibt jedoch bestehen.

Warum wurde die Regel angepasst?

Es gibt mittlerweile Gegenstände, die nur schwer oder gar nicht entfernt werden können. Entscheidend ist künftig stärker die tatsächliche Gefährdung.

Praktische Auswirkungen

Die Ausrüstungskontrolle bleibt Aufgabe des Schiedsrichters.

Bestehen Zweifel an der Sicherheit eines Gegenstands, darf der Spieler nicht teilnehmen.

Merksatz

Nicht der Gegenstand entscheidet – sondern die Gefahr, die von ihm ausgeht.

Regel 5 – Verletzungsbehandlung

Was ändert sich?

Spieler, die auf dem Spielfeld untersucht oder behandelt werden oder durch eine Verletzung eine Spielunterbrechung verursachen, müssen das Spielfeld verlassen.

Nach Wiederaufnahme des Spiels müssen sie mindestens eine Minute außerhalb bleiben.

Bestimmte Ausnahmen bleiben weiterhin bestehen.

Warum wurde die Regel angepasst?

Die Maßnahme soll unnötige Unterbrechungen reduzieren und taktisch motivierte Behandlungen unattraktiver machen.

Praktische Auswirkungen

Gerade im Amateurbereich wird diese Regel zu Beginn der Saison besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Schiedsrichter sollten die Mannschaften frühzeitig über die neue Vorgehensweise informieren.

Merksatz

Behandlung auf dem Feld bedeutet künftig in der Regel eine Minute außerhalb des Spielfelds.

Regel 5 – Vorteil bei fehlerhaften Spielfortsetzungen

Was ändert sich?

Wird eine Spielfortsetzung nicht korrekt ausgeführt, kann der Schiedsrichter künftig dennoch Vorteil anwenden, sofern der Ball im Spiel ist und die gegnerische Mannschaft von der Situation profitiert.

Warum wurde die Regel angepasst?

Das IFAB möchte unnötige Unterbrechungen vermeiden und den Spielfluss fördern.

Praktische Auswirkungen

Schiedsrichter erhalten mehr Handlungsspielraum, um vorteilhafte Spielsituationen laufen zu lassen.

Merksatz

Wenn der Gegner profitiert, muss nicht jede fehlerhafte Spielfortsetzung zurückgepfiffen werden.

Regel 8 – Schiedsrichterball

Was ändert sich?

Die Bestimmung wurde präzisiert.

Mit dem Begriff „Team, das in Ballbesitz gekommen wäre“ ist künftig ausdrücklich auch die Mannschaft gemeint, die die nächste Spielfortsetzung erhalten hätte, wenn der Ball das Spielfeld verlassen hätte.

Zudem wird klargestellt, dass bei einem Eingriff eines Spieloffiziellen oder einer Drittperson der Schiedsrichterball an der Stelle des Eingriffs erfolgt.

Praktische Auswirkungen

Die bisherige Praxis wird weitgehend bestätigt, die Formulierung sorgt jedoch für mehr Rechtssicherheit.

Merksatz

Beim Schiedsrichterball zählt künftig noch klarer, welche Mannschaft ohne die Unterbrechung den Ball erhalten hätte.

Regel 12 – Vereiteln einer offensichtlichen Torchance

Was ändert sich?

Wird bei einer Vereitelung einer offensichtlichen Torchance auf Vorteil entschieden und fällt anschließend ein Tor, erfolgt keine Verwarnung mehr.

Zusätzlich wurde die Liste der Bewertungskriterien um den Punkt „Anzahl und Stellung der Angreifer“ ergänzt.

Warum wurde die Regel angepasst?

Das IFAB möchte die Bewertung solcher Situationen vereinheitlichen und die persönliche Strafe weiter an die tatsächlichen Auswirkungen des Vergehens anpassen.

Praktische Auswirkungen

Schiedsrichter müssen bei der Bewertung offensichtlicher Torchancen künftig auch die Unterstützung durch weitere Angreifer stärker berücksichtigen.

Merksatz

Fällt nach Vorteil ein Tor, entfällt die Verwarnung wegen DOGSO.

Regel 14 – Strafstoß

Was ändert sich?

Die bereits bekannte Regelung zur versehentlichen Doppelberührung bei Strafstößen wurde endgültig ins Regelwerk übernommen.

Außerdem wird klargestellt, dass bei einem gleichzeitigen Vergehen von Schütze und Torwart keine automatische Verwarnung des Schützen mehr erfolgt.

Warum wurde die Regel angepasst?

Die Änderungen sorgen für mehr Klarheit in seltenen, aber oft diskutierten Spielsituationen.

Praktische Auswirkungen

Gerade bei Ausrutschern des Schützen verfügen Schiedsrichter nun über eine eindeutig geregelte Grundlage.

Merksatz

Die Doppelberührungsregel ist jetzt endgültig Bestandteil des Regelwerks.

Regel 15 – Einwurf

Was ändert sich?

Verzögert eine Mannschaft die Ausführung eines Einwurfs, zeigt der Schiedsrichter einen sichtbaren Fünf-Sekunden-Countdown an.

Wird die Frist überschritten, erhält die gegnerische Mannschaft den Einwurf.

Warum wurde die Regel angepasst?

Das IFAB möchte die effektive Spielzeit erhöhen und Zeitspiel konsequenter bekämpfen.

Praktische Auswirkungen

Diese Änderung wird im Amateurfußball wahrscheinlich am häufigsten sichtbar werden.

Eine klare Körpersprache und deutliche Kommunikation sind entscheidend.

Merksatz

Nach Ablauf des Countdowns wechselt der Einwurf zur gegnerischen Mannschaft.

Regel 16 – Abstoß

Was ändert sich?

Auch beim Abstoß wird künftig ein Fünf-Sekunden-Countdown angewendet.

Wird der Abstoß nach Beginn des Countdowns nicht rechtzeitig ausgeführt, erhält die gegnerische Mannschaft einen Eckstoß.

Warum wurde die Regel angepasst?

Abstöße wurden in vielen Spielen gezielt zur Spielverzögerung genutzt.

Die neue Sanktion soll einen stärkeren Anreiz für eine zügige Spielfortsetzung schaffen.

Praktische Auswirkungen

Die Vergabe eines Eckstoßes stellt eine deutlich spürbarere Konsequenz dar als eine bloße Ermahnung.

Schiedsrichter sollten deshalb besonders auf eine nachvollziehbare Anwendung achten.

Merksatz

Wer den Abstoß verzögert, riskiert einen Eckstoß gegen die eigene Mannschaft.

Fazit

Die Regeländerungen 2026/27 verfolgen ein klares Ziel: weniger Zeitspiel, mehr Netto-Spielzeit und mehr Spielfluss.

Für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter stehen vor allem drei Neuerungen im Fokus:

  1. Der Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwürfen.

  2. Der Fünf-Sekunden-Countdown bei Abstößen.

  3. Die Ein-Minuten-Regel nach Verletzungsbehandlungen.


 
 
 

Kommentare


bottom of page